Müll trennen in München oder auch nicht?

Seit ich mich erinnern kann wurde bei uns zu Hause in Hamm der Müll getrennt. Es gab nicht nur Restmüll und Papier, sondern den (schicken) gelben Sack, Glas, Bio… Im Prinzip blieb da pro Woche nicht allzu viel übrig, das in den Restmüll wanderte. Vor allem die Verpackungen im gelben Sack beinhalten offenbar reichlich an recyclebaren Stoffen, von anderen Dingen wie Metallen mal abgesehen. Ob die wirklich immer recycled werden sei hier jetzt mal dahingestellt ;)

Vor ein paar Wochen habe ich irgendwo im TV eine Dokumentation gesehen und war wirklich angetan davon, was das Trennen (theoretisch) bringt – vor allem an echten, harten Euros! Immerhin handelt es sich teilweise um wirklich “seltene” Rohstoffe die recycled werden können. Der Haken ist nur, dass sich hinterher niemand wirklich hinstellt und den Kram auseinander rupft (oder nur oberflächlich), wenn es erstmal ein buntes Allerlei ist. Das Trennen vom normalen Bürger stellt also die erste “Hürde” dar.

Hier in München sieht die Welt da etwas anders aus. Papiertonne? Gibt es. Biotonne? Gibt es, aber zumindest bei uns im Haus ist eine 120l Tonne für gut über 30 Wohnungen pro Woche wohl etwas zu klein. Gelber Sack? Fehlanzeige. Also landet im Prinzip alles im Restmüll, was kein Papier ist. Als Ausweichlösung für die ganz Eifrigen gibt es immer mal wieder draußen irgendwo Container. Dort kann man, wenn man seinen Müll ins Auto laden und dorthin fahren möchte, dann alles getrennt entsorgen. Darüber wie sehr diese Dinger, im Vergleich zu dem was möglich wäre, genutzt werden, brauchen wir also nicht reden :oogle:
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Website des AWM, wo die letzten Kampagnen zum Thema Mülltrennung offenbar im Jahr 2009 gelaufen sind. Dort wurde dann immerhin die Biotonne ins Auge gefasst, denn mit Bioabfällen lässt sich bekannterweise Strom erzeugen (und somit Geld verdienen).

Mein kleines Fazit? Nun ja, also viel muss dazu wohl nicht gesagt werden. Ich finde es schade, dass, warum auch immer, eine Stadt wie München beim Thema der Mülltrennung offenbar so hinterher hinkt, zumal das echt kein großer Aufwand für jeden einzelnen ist, wenn die passende Infrastruktur angeboten wird. Vielleicht gibt es ja 2012 wieder eine Kampagne der AWM: Die Einführung des gelben Sacks!